KKS Giften e. V.
gegründet 1935
Wiedergründung 1952

 

Chronik
zum
50. Jubiläum
der Wiedergründung

 

Zur Erstgründung 1933

 

Bei einem Zusammentreffen von Giftener Bürgern wurde die Gründung eines Schützenvereins in Giften in Erwägung gezogen. Da dieser Gedanke bei vielen männlichen Giftenern rege Zustimmung fand, konnte im Jahr 1933 der KKS Giften gegründet werden. Gründungsmitglieder Waren u. a.: Heinrich Wilke, Heinrich Lichthardt sen., Karl Lichthardt sen., Heinrich Härke und Max Fend. Der Verein bestand aus ca. 60 Mitgliedern, die den 1. Vorstand wählten.

 

kks chronik 01 th kks chronik 02 thln den 1. Vorstand wurden gewählt:


1. Vorsitzender:    Heinrich Wilke
Schriftführer:         Heinrich Schröder
Schießmeister:    Heinrich Lichthardt

 

 

 

 

 

 

 

 

kks chronik 03 thIn der ehemaligen Kiesgrube - dem heutigen Standort des Sportzentrums Giften - wurde der Schießstand von der Gemeinde Giften errichtet und dem KKS Giften zur Verfügung gestellt. Bis zum Jahr 1939 konnte dort der Schießbetrieb ausgeübt werden. Ein erstes Schützenfest wurde 1934 durchgeführt.

 

Nach dem Krieg diente das Gebäude als Wohnung für Flüchtlinge und so konnte der Schießbetrieb während dieser Zeit nicht fortgeführt werden.

 

 

Wiedergründung des KKS Giften e. V. 1952

 

Als ab 1950 in den umliegenden Ortschaften wieder Schützenvereine gegründet wurden, sprachen auch Heinrich Wilke und Werner Obergöker über eine mögliche Neugründung des KKS Giften. Daraufhin trafen sich Anfang September 1952 Heinrich Wilke, Heinrich Lichthardt sen., Adolf Grimpe, Heinrich Lichthardt jun., Fritz Winter sen., Friedel Krückeberg und Werner Obergöker und es wurde die Neugründung des KKS beschlossen.


Die Giftener Bevölkerung wurde zu einer ersten Sitzung im November 1952 eingeladen, zu der 35 Interessenten erschienen. Als Berater nahmen Adolf Abelmann aus Schulenburg und Alfred Zimmermann aus Sarstedt teil. Der Abend war ein voller Erfolg und ein Vorstand konnte gewählt werden.

 

1. Vorsitzender:     Friedel Krückeberg

2. Vorsitzender:     Hans Dismer

Schriftführer:          Heinrich Härke
,Kassenführer.      Enrvin Lichthardt
Kassierer:              Werner Kehne
1. Schießwart:       Heinrich Lichthardt sen.
2. Schießwart:       Fritz Winter sen.
Festausschuss:   Paul Langkopf, Enruin Lichthardt, Adolf Grimpe

 

Der Vorstand wurde beauftragt eine Vereinssatzung auszuarbeiten. Heinrich Wilke und Adolf Grimpe wollten zwar selber nicht mehr im Vorstand tätig werden, standen aber mit Rat und Tat zur Seite.

 

Der Schießbetrieb konnte mit einem Luftgewehr auf einem kleinen Schießstand (3 Stände) in der Gaststätte Lorberg aufgenommen werden. Noch im Jahre 1952 bestand der Verein aus 68 männlichen Mitgliedern, von denen ein monatlicher Beitrag in Höhe von 0,50 DM kassiert wurde. 


Um Verbindungen mit anderen Vereinen aufzubauen, wurden Schützen aus Schulenburg, Sarstedt und Mahlerten zu Freundschaftsschießen eingeladen.


Es folgten Einladungen zu Freundschaftschießen anderer Vereine. Um bei diesen Vergleichsschießen antreten zu können, erfolgte die ,,Anreise" der Giftener Schützen oftmals mit dem Fahrrad. Autos waren in diesen Jahren in Giften noch spärlich vertreten und wurden den Schützen bei weiteren Fahrten von den Familien Haller und Kregel zur Verfügung gestellt.

 

Das erste große Schützenfest konnte schon im September 1953 ausgerichtet werden. Drei Tage lang wurde in dem von Giftener Bauern errichteten Zelt hinter dem Park gefeiert. Am vierten Tag feierten die Giftener Bauern dort gemeinsam mit den Erntehelfern ihr Erntefest. Begleitet wurde der 1. Schützenumzug von den Erntewagen der Giftener Bauernhöfe, die mit von den Erntehelfern angefertigten prachtvollen Erntekronen geschmückt waren. In diesem Umzug waren auch die ersten Schützenuniformen zu sehen. Die Schützenjacken und Hüte wurden von der Sarstedter Firma BIock geliefert, deren Angebotspreis von 28,75 DM bei einer Mindestabnahme von je 20 Stück sofort genutzt wurde.

 

Eine Königskette war nicht mehr vorhanden und musste daher neu angeschafft werden. Die Bürgerkette wurde feierlich von Hermann Haller abgeholt.

 

Dieses erste Schützenfest fand ein so reges Interesse bei der Giftener Bevölkerung und auch bei Bürgern der umliegenden Ortschaften, dass gegen 22 Uhr die Kassen und Eingänge des Festzeltes wegen Überfüllung geschlossen werden mussten.

 

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Im Laufe der Jahre folgten noch viele gelungene Schützenfeste in Zelten, Lorbergs Scheune oder in der Gaststätte Wellhausen. Bei der Vorbereitung und Durchführung bewiesen die Giftener Schützen ihre Standfestigkeit und ihr Durchhaltevermögen. Insgesamt war ein Zeitaufwand von bis zu einer Woche einzuplanen. So wurde bei Zeltfesten aus Kostengründen der Abbau und der Aufbau selbst bewältigt. Dienstags wurde das Zelt am bisherigen Standort abgebaut, am Mittwoch nach Giften geholt und am Donnerstag auf dem Festplatz aufgebaut. Am Freitag wurde ,,Grün" aus dem Wald geholt und damit Dorf und Zelt festlich geschmückt.

 

 

 

 

 

kks chronik 05 thIn den ersten Jahren wurde am Samstagvormittag das Königsschießen ausgetragen und vor dem abendlichen Festkommerz fand am Ehrenmal ein Zapfenstreich mit Kranzniederlegung statt.

 

 

 

Sonntags ab 14.00 Uhr wurde der Festumzug und abends der Schützenball durchgeführt. 

 

 

 

 

 

kks chronik 06 thRegen Zuspruch fand auch immer das traditionelle ,,feucht fröhIiche" Katerfrühstück am Montag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Kinder kamen zu ihrem Recht. Unter der Beteiligung des unvergessenen Lehrers Armin Kuske wurde nachmittags ein Kinderumzug mit anschließender Kinderbelustigung durchgeführt.. Am Abend folgte dann das Erntefest.


Im Jahr 1955 ist der KKS Giften dem Schützenverband beigetreten. Ab dem Ende der fünfziger Jahre fand das Schießen auf dem oberen Saal der Gaststätte Wellhausen statt. Dort standen fünf Luftgewehrstände zur Verfügung. Anfänglich wurden noch die Schießergebnisse per Hand angezeigt, später wurde ein ,,moderner' Kurbelapparat eingebaut.


kks chronik 07 thHier wurde dann auch nach den geänderten Festabläufen montags vor dem Katerfrühstück der Bürger- und Schützenkönig
ausgeschossen. Es wurde die Ringzahl nach drei Schuss je Teilnehmer ausgewertet. Danach folgte gleich das Austragen der Königsscheiben, das Katerfrühstück und nachmittags der Kinderumzug.

 

 

Nach einer von Heinrich Haferkamp und Karl Drobe im Jahr 1954 durchgeführten Sammelaktion konnte durch die Spendenbereitschaft der Giftener Schützen und Bürger die Vereinsfahne in Auftrag gegeben werden. Auf dem Schützenfest im Jahr 1958 fand die feierliche Fahnenweihe statt.

 

 

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Spektakulär war auch der Festumzug in diesem Jahr, der sich aus mehreren Schützenvereinen, dem MGV, der Freiwilligen Feuerwehr und Schulkindern aus Giften zusammensetzte. Zur Überraschung der Schaulustigen erschien der 77-jährige Ehrenvorsitzende Heinrich Wilke hoch zu Ross und bildete die Spitze des Festumzuges.

 

 

Zeitungsartikel zum Schützenfest vom 2.7.1958: kks chronik 10 th

 

1963 wurde die erste Jugendriege - bestehend aus acht Jugendlichen (u. a. Harry Jankowski, Heiner Bolte, Eckhard Drobe, Heinrich Warnecke) gegründet. Adolf Grimpe unterstützte und förderte diese Jungschützen mit allen Dingen und Mitteln.


Seit 1965 greifen dann auch die Damen in das Geschehen des Schützenvereins ein und bieten seitdem eine tatkräftige Unterstützung. Erste Damengruppen fün Luftgewehr und Kleinkaliber bildeten sich, die dem Verein im Laufe der Jahre beachtliche Erfolge bescherten.


Nach dem Abriss des alten Schützenstandes errichtete die Gemeinde Giften das heutige Sportzentrum, Hitzige Diskussionen gab es, als der damalige Vorstand des KKS bei Baubeginn feststellte, dass der ihm von der Gemeinde Giften zugesagte Schießstand für Kleinkaliber (50 m) und für Luftgewehre (10 m) in der Planung nicht berücksichtigt worden war. Nach Intervention der Vorstandsvorsitzenden auf der Gemeinderatssitzung im Jahr 1971 und zähen Kämpfen mit dem Gemeinderat, wurde in die schon fertigen PIäne der Sportanlage der Schießstand eingefügt. Bedingung war, dass die Gemeinde nur die Materialkosten des Schießstandes trägt. Daraufhin bauten die Mitglieder des KKS Giften in Eigenleistung die noch heute benutzten Röhrenschießstände. Im September 1975 konnte die neue Schießsportanlage
dem KKS Giften feierlich übergeben werden.

 

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1989 formierten sich im KKS die ersten Mannschaften der Alters- und Seniorenschützen. Hierzu wurde am 27.10.1989 zu
einer Gründungsversammlung eingeladen, auf der die Zielsetzung und Aufgaben festgelegt wurden. Es wurde je ein Sprecher gewählt. Da auch Mitglieder ab dem 46. Lebensjahr weiter am aktiven Geschehen des Vereins teilhaben wollten, wurden die Schießbedingungen dem Alter gerecht angepasst. Von den ,,Jüngeren" wurden sie daher auch ,,Sandsackschützen" genannt. 

 

Die Seniorenschützen erbrachten auf Anhieb beachtliche Leistungen. So erreichten sie im Jahr 1989 bei den Stadtmeisterschaften den 4. Platz, bei den Kreismeisterschaften den 3.Platz und bei Rundenwettkämpfen ,,Hildesheimer Rose" gelang ihnen der Aufstieg in die nächst höhere Klasse.

 


Auch die Luftgewehr-Damengruppe war in dem Jahr sehr erfolgreich. lm Rundenwettkampf ,,Hildesheimer Rose" stiegen sie von der 5. in die 3. Gruppe auf. Die Kleinkaliber-Damengruppe erreichte sogar bei den Kreismeisterschaften den 2. Platz, wobei Kerstin Krüger als beste Einzelschützin Kreismeisterin wurde. Bei den Landesmeisterschaften konnte sie den 3. Platz belegen und qualifizierte sich dadurch für die Deutschen Meisterschaften.


Beweis für die sportlichen Erfolge des KKS-Giften e. V. sind die vielen Pokale, Teller, Medaillen und Urkunden, die der KKS im Laufe der Jahre erringen konnte und die im Schießstand aufgestellt sind.

 

lm Jahr 1988 musste dann die im Jahr 1958 geweihte Fahne des KKS Giften restauriert werden, da im Laufe von 30 Jahren der Seidenstoff verschlissen war. Hierbei wurde in Handarbeit die gut erhaltenen Stickereien, der alten Fahne auf ein neues Fahnentuch gearbeitet. Da diese Restauration mit hohen Kosten verbunden war, wurde Anfang Mai 1988 bei den Vereinsmitgliedern und der Dorfbevölkerung eine Sammlung durchgeführt.


Die Fahne erstrahlte nach der fachmännischen Restauration wieder im neuen Glanz und wurde den Giftener Bürgern am Freitag, den 24. Juni 1988 anlässlich des 55. Jubiläums der Erstgründung des KKS Giften in der Gaststätte Lorberg vorgestellt. Hier wurde der Dank an die Spender ausgesprochen, ohne die eine Restauration nicht möglich gewesen wäre. Unsere "neue" alte Fahne - als optisches Zeichen des Gemeinschaftsgefühls für den KKS Giften - wurde dort feierlich geweiht.

 

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Aber nicht nur Wettkampferfolge sind das Ziel des Vereins. Interne Veranstaltungen wie das früher beliebte Er-Sie-
Schießen, das Ostereierschießen mit geselligem Abschluss oder Tagesfahrten, Sommerfest und Wandern-Kegeln-Essen u. ä. sorgen für die vergnügliche Seite des Schießsports.

 
Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler fleißiger Vereinsmitglieder wäre dies all die Jahre nicht zu schaffen gewesen.

 

Auch Nichtmitglieder konnten aktiv in das Vereinsgeschehen eingreifen oder von Angeboten des Vereins Gebrauch machen. 

 

Von 1982 bis 1989 wurde alljährlich im März das Dorfpokalschießen zwischen den Giftener Vereinen und dem KKS durchgeführt. 1990 fiel dieses Dorfpokalschießen aus. Es war zum Eklat gekommen, da die teilnehmenden Vereine forderten, dass die aktiven Schützen des KKS nicht am Wettkampf teilnehmen sollten. 


Um die Bedingungen für alle fair zu gestalten, wurde danach der Austragungsmodus überarbeitet. Seit 1991 wird der heutige Ortspokal unter reger Beteiligung von Mannschaften aus Giftener Vereinen und Bürgern ausgeschossen.

 

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Weiter ist seit 1994 das Muttertagschießen für Giftener Mütter inzwischen zu einer festen Einrichtung im Jahresterminplan des Vereins geworden. Auch das seit einigen Jahren monatlich stattfindende ,,Damenschießen" findet regen Zuspruch bei nicht im Verein organisierten Frauen.


Abwechselnd mit den anderen Giftener Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr ist der KKS auch federführend bei der Ausrichtung der Dorfgemeinschaftsaktivitäten.

 

Tabelle der Vorsitzenden seit 1952: kks chronik 14 th

  

Für 50-jährige treue Mitgliedschaft im KKS Giften e. V. konnten auf dem Königsball 2002 folgende Wiedergründungsmitglieder geehrt werden:


Helmut Genther
Heinrich Hanekop
Heinrich Howind
Bodo Jankowski
Wolfgang Kestner
Dieter Noyer sen.
Werner Obergöker
Heinrich Othmer
Eberhard Rüffer
Fritz Wlnter

 

Wir danken unserem Ehrenmitglied Werner Obergöker, unserem Ehrenvorsitzenden Heinrich Hanekop und den Mitgliedern des KKS Giften e. V., die uns mit Erzählungen, Fotos und Zeitungsartikeln bei der Erstellung dieser Chronik unterstützt haben.

 

Giften, im September 2002

KKS Giften e. V.

Rita Trottnow und Anita Hanekop

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